Zur Machbarkeitsuntersuchung für ein geplantes Gewerbegebiet “Horner Spitze”

Stellungnahme von BremenZero, April 2025

„In den Bereichen Gebäude und Verkehr werden die Klimaziele 2030 nicht erreicht, wenn nicht weitere Maßnahmen getroffen werden.”1 Dies stellte die Bundesregierung vor einem Jahr fest.

Um die CO2-Emissionen langfristig zu senken, müssen die mit dem motorisierten Individualverkehr zurückgelegten Wege und der Energieverbrauch der Gebäude deutlich reduziert werden.

Eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und kurze Arbeitswege sind die Grundlage für emissionsarmen Berufsverkehr, ohne energieeffiziente Gebäude können die geplanten Klimaziele bis 2030 nicht erreicht werden. Insofern ist es naheliegend und begrüßenswert, ohne PKW erreichbare Arbeitsplätze möglichst stadtnah zu schaffen. Dies trifft ohne Zweifel auf die Horner Spitze zu.

Die Teilflächen sollen zusammen eine Gewerbefläche von 4,74 ha ergeben.2

Trotzdem hält BremenZero die Vorgehensweise zur Machbarkeitsuntersuchung für das Gewerbegebiet „Horner Spitze” für nicht zielführend. Daher schließen wir uns der Bewertung des Bündnisses „grünes bremen“ zur Untersuchung an.3 Auf dessen Website werden auch weitere Details zur Untersuchung und den möglichen Folgen einer Bebauung dargestellt,4 die u. E. mit der Klimaanpassungsstrategie und der Biodiversitätsstrategie nicht vereinbar sind. Eine noch ausführlichere Darstellung hat der BUND5 dazu verfasst, die auch am 25.04.2025 im Bremer Petitionsausschuss behandelt werden soll.6

Aus unserer Sicht sollte zunächst ein Gesamtkonzept erstellt werden, das den künftigen Raumbedarf sowohl unter der zeitlichen als auch unter der finanziellen Perspektive mit der Verfügbarkeit von Alternativen vergleicht. Darunter fallen unter anderem die Möglichkeit einer baulichen Verdichtung im Technologiepark, Wegfall von Parkplätzen oder Parkhäusern in Verbindung mit dem Bau eines neuen Bahnhaltepunkts am Technologiepark Universität, Untersuchung alternativer Standorte im Bereich Universität und Gewerbegebiet Haferwende.

Weiterhin müssen die selbst auferlegten bremischen ökologischen und städtebaulichen Prinzipien (Gewerbeentwicklungsprogramm 2030, Hitze-Aktionsplan, Biodiversitätsstrategie) als notwendige Rahmenbedingung im Gesamtkonzept berücksichtigt werden. Ergebnis des Gesamtkonzepts muss eine für alle Beteiligten nachvollziehbare und transparente Bewertung aller Kriterien bzgl. der ökologischen, finanziellen und sozialen Kosten sowie der potenziellen Erträge sein.

Die transparente und nachvollziehbare gesamtheitliche Bewertung aller Ziele können wir der aktuell vorliegenden Machbarkeitsuntersuchung nicht entnehmen. Sie rechtfertigt somit in keiner Weise die Bebauung der Horner Spitze.

  1. Die Bundesregierung, April 2024, https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/treibhausgasbilanz-2023-2265440 ↩︎
  2. Aus der Präsentation zur Machbarkeitsuntersuchung bei der Sitzung des Beirats Horn-Lehe am 20.03.2025, Seite 13 ↩︎
  3. https://www.gruenes-bremen.de/app/download/16938159924/Stellungnahme+Machbarkeit+Horner+Spitze+3.25.pdf?t=1742729029 ↩︎
  4. https://www.gruenes-bremen.de/ ↩︎
  5. https://sd.bremische-buergerschaft.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZTnEcjhs2LDX9yemD28mYW1OzjkzRwNys12Ae-McYGE6/S20-358_Stellungnahme_BUND_Osthorst_Erhalt_der_Horner_Spitze.pdf ↩︎
  6. https://sd.bremische-buergerschaft.de/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZbksvu9R85gXcESjt-LUQW0 ↩︎

100 Milliarden für den Klimaschutz

Es ist wirklich eine positive Nachricht, dass mit kräftiger Unterstützung der Grünen auch unsere Bremer Abgeordneten von der CDU und SPD im Bundestag für ein Sondervermögen von 100 Milliarden für den Klimaschutz gestimmt haben, und auch Herr Bovenschulte im Bundesrat im Namen der Bremer Koalition für Bremen mit Ja gestimmt hat. Dafür bedanken wir uns ausdrücklich und überreichen hiermit symbolisch 100 Tulpen in gelb, wobei jede Tulpe für sich 1 Milliarde Euro symbolisiert.

Warum Tulpen und weshalb in gelb? Zum einen hatten Tulpen im 17. Jahrhundert einen enormen Wert in Gulden. Sie waren zeitweilig so besonders und so teuer, dass eine Tulpenzwiebel etwa dem Wert eines Einfamilienhauses entsprach. Rechnet man den damaligen Wert in heutige Euro um, so liegt man bei einer Million schon ganz gut. Bestimmte Tulpenzwiebel-Sorten können sich im übrigen tatsächlich vermehren! Und warum nun gelbe Tulpen? Weil GermanZero die Farbe gelb im Logo trägt und schon letztes Jahr wiederholt gefordert hat, dass es mindestens 85 Milliarden Euro jährlich braucht, um Klimaschutz so umzusetzen, dass dieser der Bundesrepublik Deutschland in der nahen Zukunft nicht um ein Vielfaches teurer kommt. 1) Das nun verabschiedete Sondervermögen für den Klimaschutz mit seinen 100 Milliarden bleibt zwar deutlich hinter dem als notwendig Erachteten zurück, jedoch ist es ein Anfang und hoffnungsvoll gedacht, ein Durchstarten in die richtige Richtung!

Die Tulpen stehen dafür, dass die Milliarden unbedingt so zweckgebunden und sinnvoll eingesetzt werden, dass sie sich, wie Tulpen und Krokusse das können, jedes Jahr um ein Vielfaches vermehren. Wir erinnern daran, dass Bremen sich mit der Klima-Enquete-Kommission parteiübergreifend einen KlimaAktionsPlan gegeben hat. Wir bemerken allerdings, dass es einiger zusätzlicher Anstrengungen bedarf. Denn der KlimaAktionsPlan 2.0 steht seit dem Herbst aus, die Gelder für den Klimaschutz scheinen nur spärlich zu fließen und trotz des gemeinsamen parteiübergreifenden Beschlusses macht sich bei einigen Akteuren eine gewisse Gleichgültigkeit breit.

Wir fordern daher alle Beteiligten auf, die Dringlichkeit der Klimakrise ernst zu nehmen und die notwendigen Maßnahmen konsequent umzusetzen. Es ist entscheidend, dass die 100 Milliarden Euro effizient und nachhaltig investiert werden, um langfristige positive Veränderungen zu bewirken. Wir hoffen, dass diese Initiative als Katalysator für weitere Fortschritte im Klimaschutz dient und dass Bremen weiterhin eine Vorreiterrolle einnimmt.

Zu guter Letzt wünschen wir folgendes zu beherzigen: Der Expertenrat für Klimafragen der Bundesregierung hat in seinem Gutachten vom Februar 2025 einen Finanzbedarf für den Klimaschutz von 2 % vom BIP für eine klimasichere Zukunft ermittelt. 2) Wir wünschen uns, dass die Politik nun weiter vorangeht, die jetzt ins Grundgesetz aufgenommene Klimaneutralität bis 2045 ernst nimmt und dadurch eine nachhaltige Zukunft für die kommenden Generationen sichert. Denn Klimaschutz ist Menschenrecht!

In diesem Sinne wollen wir durch die Blumen hiermit ein wirkliches „Danke“ sagen und hoffen weiterhin, dass die Transformation gelingt. 

Christian Haake – für BremenZero

Quellen: 

  1. GermanZero, Umweltinstitut München, Together4Future: Grundgesetzänderung nicht ohne Klimainvestitionen – 2% des BIP für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen ↩︎
  2. Expertenrat für Klimafragen: Zweijahresgutachten 2024 – Gutachten zu bisherigen Entwicklungen der Treibhausgasemissionen, Trends der Jahresemissionsgesamtmengen und Jahresemissionsmengen sowie Wirksamkeit von Maßnahmen ↩︎

Öffentliche Hand als Vorbild für Klimaschutz?

Studentinnen der Hochschule Bremen untersuchen energetische Sanierung bei öffentlichen Gebäuden und Wohnungsbaugesellschaften

März 2025

Wie bereits berichtet, bekam BremenZero Unterstützung beim Monitoring der Klimaschutzmaßnahmen in Bremen von vier Studentinnen der Hochschule Bremen aus dem Master-Studiengang Interdisziplinäres Nachhaltigkeitsmanagement (INA M. Sc.). Sie hatten sich vorgenommen, im Wintersemester 2024/25 Klimaschutzmaßnahmen aus dem Bremer Klimaaktionsplan im Bereich Energetische Gebäudesanierung bei kommunalen Einrichtungen und bei städtischen Wohnungsbaugesellschaften zu untersuchen. Die Ergebnisse werden jetzt auf unserer Monitoring-Plattform ausführlich dargestellt, um so mehr Transparenz für die Öffentlichkeit über geplante und bereits umgesetzte Maßnahmen herzustellen.

Als Leitfaden für die Informationsaufbereitung diente folgender Fragebogen:

1. Wie viele Gebäude besitzen Sie in der Stadtgemeinde Bremen?
2. Wie viele davon sind bereits energetisch saniert?
3. Gibt es einen Sanierungsfahrplan bis 2038? Wie sieht dieser aus?
4. Ab wann gilt eines Ihrer Gebäude als energetisch saniert?
5. Wie viele Gebäude haben aktuell welchen Effizienzhausstandard (KfW)?
6. Nach welchen Effizienzhausstandards (KfW) werden die Gebäude saniert?
7. Welche Gebäude sollen zuerst saniert werden und nach welchem Prioritätsprinzip (z.B. Alter, energetische Ineffizienz)?
8. Wie hoch ist die aktuelle Sanierungsquote (pro Jahr), und wie wird diese in den kommenden Jahren gesteigert?
9. Welche Maßnahmen wurden/werden zur Verbesserung der Dämmung der Gebäude vorgenommen? (z.B. Fassade, Dach, Kellerdecke, Fenster)
10. Welche Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien (z. B. Photovoltaik, Solarthermie, Heizsysteme) wurden realisiert und sind geplant?
11. Wie wird die energetische Sanierung finanziert? Welche (staatlichen) Förderprogramme werden in Anspruch genommen?
12. Gibt es ein Monitoring-System zur Überprüfung der erzielten energetischen Sanierung und werden die Fortschritte veröffentlicht?

Die Bilanz der Studentinnen fällt sehr unterschiedlich aus, je nach Organisation. Bei BREBAU und Gesundheit Nord gab es trotz mehrfacher Anfragen keine Antworten. Auch von anderen Einrichtungen gab es keine umfassenden Auskünfte. Unterm Strich bekamen die Studentinnen leider nicht die Informationen, die sie sich gewünscht hatten. Dennoch lässt sich daraus ein Bild über die Klimaschutzmaßnahmen bei den „Vorbildern“ darstellen.

Drei der vier Studentinnen

Drei der vier Studentinnen, die für BremenZero das Thema energetische Gebäudesanierung aufbereitet haben

Die Informationen wurden von den Studentinnen für das Monitoring von BremenZero aufbereitet und in den Katalog der Maßnahmen aufgenommen. Neben der ausführlichen Beschreibung und Bewertung der Ergebnisse gibt es auch eine Reihe Handlungsempfehlungen für die Bremer Politik. Die teilweise sehr ausführlichen Beschreibungen können hier eingesehen werden:

  • Sektor Gebäude in Bremen
  • Öffentliche Wohnungsbaugesellschaften: GEWOBA
  • Öffentliche Wohnungsbaugesellschaften: BREBAU
  • Kommunale Liegenschaften: Immobilien Bremen
  • Kommunale Liegenschaften: Universität Bremen
  • Kommunale Liegenschaften: Hochschule Bremen
  • Kommunale Liegenschaften: Gesundheit Nord GmbH

Zum ersten Mal können wir von BremenZero daher eine Bewertung zum Thema Klimaschutz bei Gebäuden vornehmen. Die Studentinnen haben uns dafür eine Menge Arbeit abgenommen, die wir selbst so nicht hätten leisten können. Dafür sind wir sehr dankbar und finden es schade, dass sie uns nicht weiter unterstützen können. Wir wollen versuchen, diese Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und NGO als erfolgreiches „Geschäftsmodell“ in den nächsten Monaten für andere Sektoren oder Handlungsfelder weiterzuführen, vielleicht (auch) mit anderen Partnern aus Wissenschaft und Hochschulen.

Endlich wieder CO2-Bilanzen für Bremen?

Bremen, Februar 2025

Um feststellen zu können, ob die Klimaschutzmaßnahmen in Bremen auch die geplante Wirkung erzielen und die Zielwerte für die Treibhausgasreduzierung auch tatsächlich erreicht werden, braucht man Statistiken über den CO2-Ausstoß. Im Bremischen Klimaschutz- und Energiegesetz (BremKEG) sind die Zielwerte für einzelne Jahre und die Art und Weise, wann und wie die CO2-Bilanzierung durchgeführt werden soll, festgelegt. Danach sollen die Zahlen auch häufiger und früher vorgelegt werden, um schneller auf evtl. falsche Entwicklungen reagieren zu können. (§ 5 BremKEG). Die letzte Bilanz für das Jahr 2022 zeigte, dass die Zielwerte bisher nicht erreicht wurden (siehe unseren Beitrag Noch immer zu viel CO2).

Dass für die Ausarbeitung der Bilanzen mehr Personal im Statistischen Landesamt (StaLa), das diese Bilanzen erstellen soll, benötigt würden, war allen klar. Allein es fehlte das Geld für die Besetzung der Stellen.

Im Dezember wurde im Klima-Controlling-Ausschuss (KlimaContA) festgestellt, dass die erforderlichen fünf Personalstellen im StaLa noch immer nicht eingerichtet wurden. Darüber hinaus verließ die Mitarbeiterin, die bisher die CO2-Bilanzen erstellt hatte, das StaLa, so dass es aktuell gar keine Person mehr gibt, die diese Bilanzen erstellen konnte (vgl. buten und binnen vom 03.12.2024).

Im Februar 2025 begründete Innensenator Mäurer im KlimaContA die Nichtbesetzung der Stellen damit, dass die dafür vorgesehenen Mittel nicht freigegeben wurden. Er wolle auch keine Stellen bei Polizei oder Feuerwehr streichen, um die CO2-Bilanzen erstellen zu können. Und das, obwohl der Senat nach BremKEG gesetzlich zur Erstellung der CO2-Bilanzen verpflichtet ist.

Die CDU hat daraufhin eine aktuelle Anfrage in die Bürgerschaft eingebracht und das Verhalten des Senats kritisiert.
In der Sitzung der Bremischen Bürgerschaft am 26.02.2025 hat Staatsrat Olaf Bull vom Innenressort dann überraschend einen „Mix aus Vergabe und Eigenleistung“ als Vorschlag vorgelegt:

  • Energie- und CO2-Bilanzen für 2023 – 2025 werden so schnell wie möglich an ein externes Institut vergeben, Kosten 30 T€ pro Berichtsjahr
  • Energie- und CO2-Bilanzen ab 2026 werden durch das StaLa erstellt, der Personalbedarf beträgt 1,25 Stellen
  • Zeitnahschätzungen anhand von Frühindikatoren (jeweils zum 30.09.) werden dauerhaft extern vergeben, Kosten 25 T€/Berichtsjahr
  • Berichterstattung zu weiteren Treibhausgas-Emissionen wird dauerhaft extern vergeben, Kosten 5 T€/Bericht
  • Es handelt sich hier noch um einen Vorschlag, dem das Umweltressort und das StaLa aber wohl bereits zugestimmt haben. Wann die nächsten belastbaren Zahlen vorliegen werden und wer sie nun konkret berechnen soll, ist noch nicht klar.

Nach unserer Einschätzung spart die vorgeschlagene Vorgehensweise im Vergleich zu fünf neuen Stellen dem Senat Einiges an Kosten. Darauf hätte man auch früher kommen können. Nun warten wir gespannt auf die Zahlen für 2023. Bis dahin sollte der CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 35 % reduziert worden sein.

Treibhausgas-Emissionen im Land Bremen: In den nächsten Jahren müssen die Emissionen deutlich gesenkt werden, um die Zielwerte nach BremKEG zu erreichen. Quellen: Ist-Daten aus dem Bericht des Bremer Senats 2022 zur Entwicklung der CO2-Emissionen im Land Bremen, Ziele aus dem Bremischen Klimaschutz- und Energie-Gesetz (BremKEG)

Warum Klimaschutz gut für den Geldbeutel ist

Februar 2025

kurz vor der Bundestagswahl sind noch gut 30 Prozent der Wahlberechtigten unentschlossen. Wir haben ein paar wichtige Fakten, die die Entscheidung vielleicht leichter machen werden. Sie sind auch für alle Menschen wichtig, für die Klimaschutz nicht wahlentscheidend ist. Denn es geht um Geld, das wir Bürgerinnen und Bürger in Zukunft in der Geldbörse haben werden – oder eben nicht.

Viele Menschen treibt im Moment die wirtschaftliche Unsicherheit um. Sie wollen wissen, dass ihre Jobs erhalten bleiben, ihr Einkommen von der Inflation verschont wird und sie auch in Zukunft das Heizen, Tanken und die Stromrechnung bezahlen können.  

Die Union und andere Parteien wollen einige Klimagesetze der Ampel wieder abschaffen. Beim Weg zur CO2-Freiheit setzten sie stattdessen auf „Technologieoffenheit“ und den freien Markt. Tatsächlich würden diese Vorhaben die Bürgerinnen und Bürger aber viel Geld kosten.

Hier kommen drei Gründe, Parteien zu wählen, die bestehende Klimamaßnahmen fortführen wollen. Gerade dann, wenn Kohle für dich eine Rolle spielt.

Günstiger Strom

Friedrich Merz nennt Windkraft eine „Übergangstechnologie.“ Er glaube, dass wir „eines Tages die Windkrafträder wieder abbauen können, weil sie hässlich sind und weil sie nicht in die Landschaft passen.“ Alice Weidel will gleich alle Windkraftwerke abreißen.

Fakt ist jedoch:

Ohne Windkraft wäre Strom viel teurer. Strom aus Kohle ist inzwischen deutlich teurer als der aus Windkraftwerken. Der Strompreis würde im Schnitt um rund 4 Cent/kWh steigen. Zudem müsste der Staat riesige Entschädigungssummen bezahlen. Weil den Betreibern Einnahmen entgehen, müssten sie entschädigt werden. Eine Studie von Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft und Greenpeace schätzt die Kosten auf 64 Milliarden Euro. (Quelle: FÖS/Greenpeace)

Bezahlbares Heizen

Die CDU und andere Parteien kritisieren das „Heizungsgesetz“ als übermäßige Belastung für Eigentümerinnen und Mieter. Stattdessen soll eine Erhöhung des CO2-Preises dafür sorgen, dass die Menschen auf klimafreundliche Heiztechnik umsatteln.

Fakt ist jedoch:

Ohne Heizungsgesetz müssten Haushalte viele hundert Euro mehr an Heizkosten bezahlen. Würde man das Heizungsgesetz streichen, dürften weiter Öl- und Gasheizungen verbaut werden könnten, wenn eine neue Heizung fällig ist. Als Anreiz, stattdessen eine klimafreundliche Heizung einzubauen, bliebe nur ein höherer CO2-Preis. Dieser müsste fast 10 mal höher sein als aktuell (524 statt 55 Euro pro Tonne), damit Deutschland seine Klimaziele erreichen kann.

Eine vierköpfige Familie mit Eigenheim müsste demnach 2.600 Euro mehr fürs Heizen ausgeben. Wer zur Miete wohnt und durchschnittliche Heizkosten hat, müsste dann 958 Euro mehr pro Jahr zahlen. (Quelle: Der Paritätische)

Bezahlbares Autofahren

Die Union will den Verbrenner-Ausstieg rückgängig machen, eine EU-weite Regelung, die besagt, dass ab 2035 keine PKW mit Verbrennungsmotor neu zugelassen werden dürfen. Die Union setzt auf E-Fuels und Wasserstoff als klimaneutrale Treibstoffe.

Fakt ist jedoch:

Tanken würde sehr teuer werden. Ohne Auslauffrist für Verbrennermotoren müsste auch im Verkehr ein Preisanreiz dafür sorgen, dass weniger fossile Brennstoffe genutzt werden und Deutschland seine Klimaziele einhält. Wie beim Heizen müsste der CO2-Preis fast 10 mal höher sein als aktuell (524 statt 55 Euro pro Tonne). Benzin würde rund 1,25 Euro pro Liter mehr kosten, Diesel 1,39 Euro pro Liter. (Quelle: Der Paritätische)

Bremen hält zusammen

Bremen hält zusammen!

BremenZero unterstützt den Aufruf von Laut gegen Rechts zur Kundgebung am 8. Februar:

Aufruf zur Kundgebung am 8. Februar 2025: ab 15 Uhr auf dem Domshof
Bremen hält zusammen!

Am 8. Februar versammeln wir uns auf dem Domshof in Bremen, um ein starkes Zeichen für Solidarität und Demokratie zu setzen. Gemeinsam mit Musik, Reden und Aktionen stehen wir gegen rechte Hetze und für eine gerechte Gesellschaft.

Wir machen gemeinsam deutlich, dass wir endlich die Grundfeste unserer demokratischen Gesellschaft stärken müssen. Eine wehrhafte Demokratie braucht gute Lebensbedingungen für alle Menschen: Schutz von Geflüchteten, gute Bildung, ein funktionierendes Sozial- und Gesundheitswesen, freie Kultur,
demokratische Institutionen, ein gesundes Klima, eine intakte Infrastruktur und eine offene Gesellschaft sind Grundpfeiler unserer Demokratie. Diese müssen nachhaltig gestärkt werden.

Kommt zur Kundgebung
am 8. Februar 2025!
Ort: Domshof, Bremen
Zeit: ab 15:00 Uhr Musik für Demokratie von den OMAS gegen Rechts
ab 16:00 Uhr Kundgebung

Zeigen wir gemeinsam: Bremen hält zusammen.
Für ein Miteinander, das Mut macht – gegen jede Form von Ausgrenzung, Unterdrückung und Hass.

Laut gegen Rechts - viel Unterstützung!

Klimastreik am 14. Februar

Wir unterstützen den Aufruf von Fridays for Future:

Die Wahl am 23. Februar ist entscheidend für die zukünftige Klimapolitik in Deutschland. Die nächste Bundesregierung steht vor einer Mammutaufgabe: Sie muss das Land durch umfangreiche Klimaschutz-Investitionen modernisieren – um Wohlstand und Freiheit künftiger Generationen zu schützen.

Die Zeit drängt: Schon jetzt verschärft sich die Klimakrise immer weiter. Extremwetterereignisse wie Stürme, Dürre oder Überschwemmungen werden auch bei uns zur traurigen Normalität – mit verheerenden Folgen für Mensch und Natur. Die Welt steuert auf eine unbeherrschbare Klima-Erhitzung zu – und ausgerechnet jetzt wird ein Klimawandelleugner Präsident der USA.

Klimagerechtigkeit

Deutschland ist nicht auf Klimaschutz-Kurs: Zwar hat die Ampel-Regierung aus SPD, Grüne und FDP die Erneuerbaren ausgebaut, das Verbrenner-Aus vorangebracht und die Wärmewände eingeleitet. Doch sie hat an anderer Stelle Klima- und Naturschutz aufgeweicht und die Gas-Infrastruktur massiv ausgebaut. Im Verkehrsbereich gibt es immer noch klimaschädliche Subventionen in Milliardenhöhe.

Statt jetzt darüber zu streiten, wie die Klimaziele am besten erreicht werden können, wird im Wahlkampf sogar über deren Aufweichung diskutiert. CDU und CSU stellen zentrale Bausteine für den Klimaschutz infrage. Sie klammern sich an den Verbrennungsmotor, wollen Gasheizungen ungebremst weiter erlauben und sogar zurück zur Atomkraft. Diese rückschrittliche Politik wäre nicht nur klimaschädlich, sondern sie würde die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands gefährden und den Menschen am Ende teuer zu stehen kommen.

Nur wenn wir in Deutschland die Erneuerbaren weiter ausbauen, die Elektromobilität fördern, den Bahnverkehr für alle Menschen attraktiv machen und eine echte Wärmewende vollziehen, können wir das Klima schützen. Nur so können wir die Wirtschaft stärken, Arbeitsplätze sichern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt festigen.

Die Bundestagswahl ist die große Chance zu zeigen, wie wichtig Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit für unser Land sind – und sie wieder voranzubringen. Weil es Fortschritte beim Klimaschutz nur gab, wenn wir als Bewegung deutschlandweit laut und bunt protestiert haben, gehen wir am Freitag, den 14. Februar bundesweit mit Fridays For Future auf die Straße.

Egal, ob schon seit Jahren auf Klimastreiks oder zum ersten Mal auf einer Demonstration – wir brauchen alle, um gemeinsam ehrgeizigen Klimaschutz von der nächsten Bundesregierung einzufordern.

Komm mit uns auf die Straße!

Dunkelflaute – na und?

Deutschland, Dezember 2024

Anfang Dezember 2024 gab es in Deutschland eine sogenannte Dunkelflaute. Das heißt, es wurde vergleichsweise wenig Energie aus Windkraft und Photovoltaik erzeugt, da es kaum Wind gab und wegen der kurzen Tage und grauem Himmel die Sonne nur wenig Solarstrom erzeugen konnte. Und die Strompreise sprangen plötzlich in die Höhe.

Das Phänomen ist bekannt, es ist schon öfter vorgekommen und wird auch weiterhin passieren. Ich selbst habe davon nichts gemerkt. Weder ist bei mir der Strom ausgefallen noch muss ich jetzt mehr dafür bezahlen. Und so dürfte es den meisten anderen auch gegangen sein.

Trotzdem wurde in den Medien mal wieder groß darüber berichtet. Die Dunkelflaute wird von Klimaschutzgegnern gern als Argument gegen die Energiewende verwendet. Angeblich sei die Gefahr groß, dass es zu größeren Stromausfällen kommt oder das Stromnetz in Deutschland gar zusammenbricht. Daher könne nicht auf die fossile Stromerzeugung durch Kohle, Erdgas oder Öl oder auf Atomkraftwerke verzichtet werden.

Was ist dran? Zunächst ist festzustellen, dass es zwischen dem 11. und 14. Dezember einen auffallenden Einbruch bei der Windkraft gegeben hat. Und Solarstrom steht im Winter sowie relativ wenig zur Verfügung. Die dadurch hervorgerufenen Veränderungen bei der Stromversorgung lassen sich aus dem folgenden Diagramm ablesen. Die Bundesnetzagentur stellt auf der Seite smard.de regelmäßig aktuelle Zahlen zu Stromerzeugung und –verbrauch in Deutschland zur Verfügung. Das Diagramm ist dort interaktiv, so dass man z. B. stündliche Änderungen oder bestimmte Zeit- oder örtliche Zonen auswählen kann.

Bundesnetzagentur: SMARD, Grafiken zu Stromerzeugung; 09.-16.12.2024

Bundesnetzagentur: SMARD, Grafiken zu Stromerzeugung; 09.-16.12.2024

Die Windkraft an Land (Onshore) wird hier dunkelblau, die auf See (Offshore) hellblau dargestellt. Man kann deutlich sehen, dass vom 11. bis 14. Dezember nur ein Bruchteil der Windkraft aus den vorangegangenen und nachfolgenden Tagen erzeugt wurde. Einige Stromanbieter haben dafür Gaskraftwerke (grau) angeworfen und somit einen Teil ausgeglichen. Der Anteil von Braun– und Steinkohlekraftwerken wurde dagegen nicht erhöht, und das obwohl noch Kapazitäten in Kohlekraftwerken zur Verfügung gestanden hätten. Das kann zum einen daran liegen, dass es keinen Sinn macht, Kohlekraftwerke für drei Tage hochzufahren, da diese erst nach einigen Tagen betriebsbereit sind. Deshalb ist es zweitens billiger, Strom aus dem Ausland zu importieren – was dann auch gemacht wurde. Und drittens ist der Strompreis an den Strombörsen zweitweise auf das Zehnfache des Normalpreises angewachsen – und das führt natürlich zu höheren Gewinnen bei den Stromanbietern.

Der Import von Strom aus dem Ausland wird auch häufig als Argument benutzt, dass die Stromproduktion mit den Erneuerbaren in Deutschland nicht ausreiche und wir daher auf fossilen Strom aus anderen Ländern angewiesen seien. Dabei sollte man mal überlegen, woher bei uns Kohle, Gas und Öl kommen.

Der Ausstieg aus den fossilen Energien ist in Deutschland und der EU beschlossenen Sache. Es hilft also nichts, den Fossilen hinterher zu trauern. Immerhin machen seit 2023 die Erneuerbaren jetzt schon 50-60% der Stromerzeugung aus, Tendenz steigend. Man sollte vielmehr die Energiewende vorantreiben. Die Lösungsmöglichkeiten dafür sind vorhanden, z. B. beschleunigter Ausbau der Hochspannungsnetze, um den schnelleren Transport vom Erzeuger (z. B. Windkraft in Norddeutschland) zum Verbraucher (im windarmen Süddeutschland) zu beschleunigen. Oder den Ausbau von Batterie- oder Wasserstoffspeichern, um den überschüssigen Strom an windreichen Sonnentagen für die Dunkelflauten zu speichern. Welche Kapazitäten hier demnächst zur Verfügung stehen könnten, hat Christian Stöcker in seinem Spiegel-Artikel „Ein Batterie-Tsunami rollt heran“ beschrieben.

Übrigens: Dass auch das Gegenteil einer Dunkelflaute auftreten kann, nämlich Überlastung der Stromnetze durch zu viel (Solar-)Strom, ist ebenfalls bekannt. In dem Podcast Ungeregelte Solarleistung berichtet Prof. Hirth über Möglichkeiten, die Überkapazitäten zu regeln. Auch hier spielt die Beschleunigung des Netz- und Speicherausbaus eine große Rolle.

Update 15.02.2025

Über die Dunkelflaute und die Hintergründe für die Preissprünge im Dezember 2024 wird auch in einem Beitrag der ARD-Sendung plusminus berichtet.

plusminus vom 22.01.2025: Verdacht auf Marktmanipulation – Warum Gas- und Kohlekraftwerke in der Dunkelflaute keinen Strom lieferten

Die Bundesnetzagentur hat mittlerweile bestätigt, dass es sich bei den exorbitanten Preissprüngen nicht um Marktmanipulation handelt. Vielmehr hat es sich für viele Kraftwerkbetreiber nicht gelohnt, die Kohle- und Gaskraftwerke anzuwerfen. Der Strom im Ausland war einfach billiger. „Grund für die Importe ist also nicht zu wenig selber erzeugter Strom, sondern eine simple Rechnung. Manchmal ist es günstiger, Strom woanders einzukaufen als ihn selber zu produzieren. Das System ist für alle effizient und zuverlässig.“ Und: „Trotz der Wetterverhältnisse in diesem ersten Monat des Jahres 2025 kam es nicht annähernd zu Engpässen bei der Versorgung. Importe gab es nur dann, wenn der Strom im Ausland günstiger war.“

Es lohnt sich, den Beitrag der Netzagentur vollständig zu lesen, da dort der Mechanismus von Kraftwerksreserven und Stromimporten ausführlicher erklärt wird.

Wie kam es zu BremenZero?

Unsere Geschichte – Teil 1

von Mathias, Oktober 2024

Wann, wo und wie gründete sich BremenZero mit welchen Zielen und was haben wir bisher so getan? Aus meiner ganz persönlichen Perspektive erzähle ich hier eine kurze Geschichte unserer Gruppe und des Bremer Klimaschutzes.

Im Sommer 2022 war ich auf der Suche nach Wegen, mich für Klimaschutz einzusetzen, die zu mir passen. Ein Freund empfahl mir GermanZero. Die hätten in seiner Stadt gerade einen Klima-Entscheid durchgezogen und wären super organisiert. Eine kurze Suche ergab, dass es tatsächlich das Lokalteam BremenZero gibt und schon gab es ein erstes Treffen, in dem Anne mir und einem anderen Interessierten eine kurze Einführung gab.

Ihr denkt jetzt, der Titel hätte besser heißen sollen „Wie kam ich zu BremenZero“? Aber das wäre ja nun fast schon erzählt? Also weiter:

BremenZero hatte sich ein paar Jahre vorher schon einmal gegründet und war wieder eingeschlafen. Wir wissen kaum etwas von unseren Vorgänger*innen, aber das Logo haben sie uns übrig gelassen. Schön! Die aktuelle Gruppe wurde 2021 gegründet. Allerdings war bisher nicht wirklich viel passiert. Das sollte sich im Herbst 2022 allerdings ändern. Also war ich genau zum richtigen Zeitpunkt dazu gekommen.

Das Problem war nämlich, dass Lokalgruppen von GermanZero bisher im Wesentlichen Klima-Entscheide betrieben. Viele heißen deswegen auch KE Meinestadt oder so… Dafür bot die GermanZero Zentrale einiges an Unterstützung. Aber was ist ein Klima-Entscheid? Das ist entweder ein Beschluss des Gemeinde- oder Stadtrates oder ein Bürgerentscheid, der die Kommune zu wirksamen Klimaschutz mit dem Ziel der Klimaneutralität im Jahre 2035 verpflichtet.

Für BremenZero gab es auf dem Feld nichts zu tun: Bremen hatte bereits so einen Klimaneutralitätsbeschluss für 2038. Diesen anzufechten, um das Ziel drei Jahre früher zu erreichen, hielten wir nicht für zielführend. Wie sollten wir also aktiv werden? Im Vergleich zu anderen Lokalgruppen, die mit unwilligen Stadt- und Gemeinderäten kämpfen, ein Luxusproblem.

Zuerst muss ich kurz erzählen, wie die Situation damals aussah: Die Bremische Bürgerschaft setzte Anfang 2020 die Enquetekommission „Klimaschutzstrategie für das Land Bremen“ ein, die im Dezember 2021 einen aus unserer Sicht durchaus befriedigenden Abschlussbericht vorlegte, der Klimaneutralität zwar erst für 2038 vorsieht, aber dafür auch schon recht konkret Maßnahmen vorschlägt, wie dieses Ziel zu erreichen ist. Das allein reichte natürlich nicht, aber ein Beschluss der vorgeschlagenen Klimaschutzstrategie durch den bremischen Senat war 2022 bereits in Vorbereitung. Eine Unterschriftensammlung oder Lobbyarbeit war einfach nicht mehr nötig.

Unsere Idee war dann, die konkrete Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen kritisch zu begleiten und darauf zu achten, dass Politik und Verwaltung auch wirklich ins Handeln kommt. Ähnliche Gedanken gab es parallel in der GermanZero-Zentrale und in ein paar anderen Lokalgruppen. Eine davon, die Klimainitiative Eberbach, hatte für ihre Kommune bereits den Klimabericht 2022 herausgegeben, der Vorbild war für das, was nun kommen sollte.

Wir trafen uns online mit Menschen aus ein paar anderen Lokalteams und der GermanZero-Zentrale, um diese Idee weiter zu verfolgen. Schnell entstand die Idee, gemeinsame Werkzeuge zu entwickeln. Und weil so ein Bericht als Dokument – womöglich sogar gedruckt – sehr schnell veraltet und schwer aktuell zu halten ist, sollte es eine Webseite werden, auf der Klimaschutz-Maßnahmen übersichtlich dargestellt und von Lokalgruppen leicht aktualisiert werden können. Eine Art „Ampel“ sollte eine schnelle Übersicht über die Umsetzung der Maßnahmen geben. Das Ganze bekam den Namen „Monitoring“.

BremenZero hatte also endlich eine sinnvolle Aufgabe: Monitoring!

Zum 1. Januar 2023 wurde dann „LocalZero“ geboren. GermanZero-Aktivitäten auf kommunaler Ebene hatten vorher keinen eigenen Namen. Manchmal wurde von Klima-Entscheid-Teams gesprochen. Einige Lokalteams hatten das Muster „xxxxZero“ gewählt – wie wir. Der Teil der Zentrale, der diese Lokalgruppen unterstützte und Expertise auf kommunaler Ebene aufbaute, brauchte endlich einen eigenen Namen. Wir sind seitdem also BremenZero, Teil von LocalZero, Teil von GermanZero. Immer etwas kompliziert zu erklären, aber auch schön.

Im ersten Halbjahr 2023 machten wir uns also auf, das Monitoring-Tool zu entwickeln. „Wir“ waren fünf Lokalteams aus ganz Deutschland und Ehren- und Hauptamtliche der LocalZero Zentrale. Die Softwareentwicklung wurde von Ehrenamtlichen aus ganz Deutschland gestemmt. Einer davon war ich. Wir trafen uns sehr regelmäßig mit Ehrenamtlichen aus den fünf „Pilotkommunen“ Bargteheide, Lüneburg, Bremen, München und Würzburg, die dafür sorgten, dass wir in die richtige Richtung entwickelten.

Podiumsdiskussion zur Bremer Bürgerschaftswahl
Podiumsdiskussion Mai 2023 „Enquete Gut, Alles Gut?“

Kurzer Schnitt zurück nach Bremen: Neben dem Monitoring waren wir zu dieser Zeit auch im Bremer Klimanetzwerk aktiv und nahmen an Aktionen und Demos teil. Außerdem möchte ich eine herausragende Aktion hier nur kurz erwähnen. Sie wird vielleicht einmal in einem anderen Artikel eingehend beschrieben: Wir organisierten gemeinsam mit der Hochschule Bremen, Climactivity und Greenpeace eine Podiumsdiskussion mit den Spitzenkandidat*innen vor der Wahl zur bremischen Bürgerschaft.

Vor der Wahl fasste der bremische Senat auch den von uns erwarteten Beschluss der Klimaschutzstrategie 2038. Diese „Strategie“ enthält unter Anderem den „Aktionsplan Klimaschutz“, der aus 506 Maßnahmen besteht. Unsere selbst gesteckte Aufgabe war es also, diese vielen Maßnahmen zu monitoren. Wir erfuhren auch, dass Bremen ein eigenes Monitoring plante und dafür ein Produkt eingekauft hatte, das laut Beschreibung durchaus Ähnlichkeiten mit dem von uns entwickelten Monitoring aufweisen könnte.

Es hatte sich also so Einiges entwickelt. Wir waren stolz auf das Erreichte und gingen zuversichtlich auf die uns selbst gesteckte Aufgabe zu. Gleichzeitig gab es so einiges an offenen Fragen …, aber dazu später mehr.

Jetzt bin ich nur bis ins Frühjahr 2023 gekommen mit dieser doch nicht so kurzen Geschichte von BremenZero. Zeit, einmal inne zu halten. Wie ging es weiter mit dem Monitoring, unseren anderen Aktivitäten und der Klimaneutralität in Bremen? Das erfahrt ihr im nächsten Teil dieser Serie.

Kinder bauen Solarhäuser

Bremen, Oktober 2024

Die Bremer Beratungsstelle Energiekonsens berät Unternehmen und Privatpersonen bei der Umsetzung von energetischen Maßnahmen, sei es bei Wärmedammmaßnahmen, dem Bau von Photovoltaikanlagen oder den Einbau einer Wärmepumpe. Aber auch die Jüngsten erhalten schon Informationen zum Klimaschutz durch entsprechende Veranstaltungen. Diesmal geht es um den Bau von Solarhäusern für Kinder ab 8 Jahren.

An einem Samstag im Oktober fahre ich mit meiner Enkelin Mia zum neuen Klimabauzentrum in der Knochenhauerstraße, um solch ein Solarhaus zu bauen. Wir hatten keine Ahnung, was auf uns zukommt. Sechs andere Kinder sind mit Eltern bzw. Großeltern schon anwesend, bis auf 1 Jungen alles Mädchen.

Gerd Adelmann von Energiekonsens erklärt kurz die Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten von Solarmodulen und führt sie anhand von Beispielen vor.

Mia und ihre Windmühle

Dann kann sich jedes Kind einen der verschiedenen Bausätze aussuchen. Mia entscheidet sich für die Mühle: In einer „Windmühle“ wird das Windrad durch einen kleinen Elektromotor angetrieben, der von einem Mini-Solarmodul angetrieben wird.

Die Mühle klebt sie entsprechend der beiliegenden Anleitung rasch aus vorgestanzten Holzbauteilen zusammen. Der Motor und das Windrad lassen sich nur mit Mühe und mit Unterstützung von Gerd zusammenbauen. Bevor das Dach zugeklebt wird, testen wir die Funktion mangels Sonne mit Hilfe einer Lampe aus: Überraschung, es funktioniert. Jetzt schnell die restlichen Teile zusammengeklebt, fertig ist die Mühle. Gerd stellt aber noch Pinsel und Farben zur Verfügung, und Mia pinselt die Mühle schön bunt an.

Zwischendurch stellen wir fest, dass es einen anderen Bausatz gibt, der neben einem Solarmodul einen Lichtsensor und einen kleinen Akku enthält. Damit lässt sich ein Haus bauen, das tagsüber bei Sonne den Akku auflädt, mit dem nachts bzw. bei Dunkelheit eine kleine LED-Lampe zum Leuchten gebracht wird. Mit den Bausätzen lassen sich also Grundprinzipien des Einsatzes von Solarenergie in Häusern darstellen und erklären.

Während der Bastelzeit wird für die Erwachsenen ein Rundgang durch das Klimabauzentrum angeboten. Bernd Langer erklärt die unterschiedlichen Möglichkeiten, zu Hause Energie einzusparen, von der Wärmedämmung bei Wänden und Dächern über Lüftungsanlagen bis zu Photovoltaik. Nach einer Dreiviertelstunde beschließe ich, den interessanten Rundgang Mia zuliebe abzubrechen und an einem anderen Termin fortzusetzen. Schließlich werden Beratungen jederzeit angeboten.

Zu Hause präsentiert Mia ihre Windmühle stolz ihren Eltern. Der kleine Motor benötigt ordentlich Sonnenenergie, und da heute keine Sonne scheint, muss die Wohnzimmerlampe aushelfen. Mia beschließt, in den nächsten Tagen ein anderes Hausmodell zusammen mit Opa fertigzubauen, mit kleinen LED-Lampen und einem Mini-Solarmodul auszustatten und zum Leuchten zu bringen.

Back to top