Aktionswoche „Raus aus der Gaskostenfalle“

BremenZero beteiligt sich an der Aktionswoche „Raus aus der Gaskostenfalle“ vom 23. bis 29. März 2026. In dieser Woche finden in ganz Deutschland zahlreiche Veranstaltungen statt, um auf die steigenden Gaspreise hinzuweisen und Alternativen aufzuzeigen.

Die Aktionswoche ist Teil einer bundesweiten Initiative von GermanZero & LocalZero und wird unterstützt von vielen Aktiven im For Future-Bündnis. Gemeinsam stärken wir den Verbraucher:innenschutz: Die Gaskostenfalle wird richtig teuer, aber es gibt Auswege. Wir gehen #WegVomGas und hin zu bezahlbarer Wärme.

Teil der Aktionswoche in Bremen ist unsere Informations- und Diskussionsveranstaltung am 25. März 2026:

Sicherer Gasausstieg – Gaskostenfalle vermeiden!

Ab 2045 dürfen in Deutschland keine fossilen Brennstoffe wie Öl und Erdgas mehr eingesetzt werden. Bremen will bereits 2038 klimaneutral sein. Ende Februar hat die Bundesregierung jedoch neue Gesetze zur künftigen Wärmeversorgung angekündigt, die auch in Zukunft Gas- und Öl-Heizungen erlauben. Durch diese neuen Vorgaben drohen Kostenfallen: Wer heute in eine Gasheizung investiert, könnte morgen ohne Gasnetz dastehen. Und wer am Netz bleibt, zahlt immer mehr, je mehr Haushalte abspringen.

In der Informations- und Diskussionsveranstaltung soll aufgezeigt werden, welche Auswirkungen die neuen Regelungen für die Wärmewende haben. Außerdem wird erläutert, wie das Heizen mit Erdgas für Verbraucher und Verbraucherinnen zu einer Kostenfalle wird. Betroffen sind sowohl Eigenheimbesitzer:innen, Wohnungsgesellschaften sowie Privatvermieter:innen und insbesondere Mietende, die von den Entscheidungen ihrer Vermieter:innen abhängig sind.

Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Bürgerinnen und Bürger Bremens, die wissen möchten, worauf sie bei ihrer künftigen Wärmeversorgung achten sollten. Wir werden aber auch Politiker:innen einladen, die zu den aktuellen Planungen und Entwicklungen Stellung nehmen sollen.

In zwei einleitenden Vorträgen werden diese Aspekte aufgegriffen: Prof. Winfried Osthorst von der Hochschule Bremen stellt dar, wie die neuen Regelungen den klimaneutralen Umbau der Wärmeversorgung abbremsen.  Dr. Martin Palovic vom Fraunhofer IFAM stellt eine aktuelle Studie vor, die die drohenden dramatischen Kostensteigerungen durch die Netzentgelte erläutert.

In der anschließenden Diskussion werden dann Fragen und Stellungnahmen aus dem Publikum besprochen.

Termin: 25. März 2026, 18 – 20 Uhr
Ort: Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5, 28195 Bremen, Olbers-Saal | OG
Veranstalter: Hochschule Bremen und BremenZero

Referenten und Vorträge:

  • Prof. Dr. Winfried Osthorst (Hochschule Bremen):
    Gasausstieg und Wärmewende: Herausforderungen für Bremens Klimaschutzstrategie
  • Dr. Martin Palovic (Fraunhofer IFAM):
    Steigende Gaskosten – Warum Sie jetzt mit Ihrem Versorger sprechen sollten

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Was ist die Gaskostenfalle?

Die „Gaskostenfalle“ beschreibt eine Entwicklung, bei der die Gaspreise für Verbraucher:innen
immer weiter steigen, insbesondere durch stark wachsende Gasnetzentgelte. Davon betroffen
sind vor allem Haushalte, die nicht auf Wärmepumpen oder Wärmenetze umsteigen können –
z. B. wegen finanzieller Einschränkungen oder ihres Mietverhältnisses.

Zusammensetzung des Gaspreises

Der Gaspreis ergibt sich aus Netzentgelten (21%), aus der Beschaffung und dem Vertrieb des Gases (47%) sowie Steuern, Abgaben und Umlagen (32%, BDEW, 2026).

Faktoren der Gaspreisentwicklung

  • steigende Kosten durch höhere CO₂-Preise (derzeit bei 55 €/Tonne, Steigerungen auf bis zu 300 €/Tonne denkbar)
  • Preisschwankungen und Importabhängigkeit von Erdgas und LNG
  • steigende Netzentgelte (ca. +10% für 2026 gegenüber 2025, regional z.T. stärkere Preissteigerung) (ZfK 2025).

Die Gaskostenfalle

Jedes Gasverteilnetz hat Fixkosten, welche unabhängig von der Anzahl der Nutzer:innen und der transportierten Gasmenge bestehen. Steigen Verbraucher:innen aus dem Gasnetz aus, etwa weil sie von Erdgas zu Wärmenetzen und Wärmepumpen wechseln, steigen diese Kosten für die verbleibenden Gaskund:innen.
Diese Dynamik schafft eine sich selbst beschleunigende und verstärkende Entwicklung: Höhere Gasnetzentgelte führen dazu, dass weitere Haushalte auf Wärmepumpen umsteigen. Steigende Kosten erhöhen für die verbleibenden Kund:innen wiederum den Anreiz, ebenfalls auf klimafreundlichere und preisgünstigere Alternativen zu wechseln.

Letztlich werden diejenigen Verbraucher:innen, die sich gegen eine Umstellung entscheiden oder bspw. aus finanziellen Gründen nicht für die Umstellung entscheiden können, mit immer höheren Kosten konfrontiert. Dieser Rückkopplungseffekt wird als Gaskostenfalle bezeichnet.

Was sind Netzentgelte?

Netzentgelte sind staatlich regulierte Gebühren, die Netznutzer:innen für den Transport und die Verteilung von Gas über die Netzinfrastruktur zahlen. Sie werden vom regionalen Gasnetzbetreiber erhoben und dienen der Finanzierung, dem Betrieb, der Wartung sowie dem Ausbau der Gasnetze. Gasnetzbetreiber refinanzieren
infrastrukturelle Investitionen in die Gasnetze über Jahrzehnte. Diese Kosten werden an die Verbraucher:innen als Gasnetzentgelte weitergereicht. Netzbetreiber und die Bildung der Netzentgelte werden von der Bundesnetzagentur streng reguliert und es gibt festgesetzte Erlösobergrenzen (BNetzA 2025).

Weitere Infos:

Infos von GermanZero: Gaskostenfalle.de, Gaskostenrechner
https://gaskostenfalle.de/
https://gaskostenfalle.de/gaskostenrechner/

Unterzeichnung der Petition: „Bezahlbare Wärme statt Gaskostenfalle! #WegVomGas“
https://gaskostenfalle.de/petition/

Einsparungen beim Heizen:
co2online

https://www.co2online.de/energie-sparen/heizenergie-sparen/

Verbraucherzentrale
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/heizung-10-einfache-tipps-zum-heizkosten-sparen-13892

Beratung zu Sanierung + Heizungsaustausch:
energiekonsens
https://energiekonsens.de/beratung

Verbraucherzentrale
https://www.verbraucherzentrale-bremen.de/energie/stationaere-energieberatung-14176


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